Archiv für Dezember 2012

Berlin courts argue about legality of Hartz IV exclusions of EU citizen!

Affected persons are put out to the arbitrariness of the judges!
In this summer many EU citizens were made start proceedings at Berlin social courts to get Hartz IV. Above the way of social-judicial summary proceedings (called „einstweilige Anordnung“) a lot of right has agreed and with it has made the Jobcenter give them Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Unfortunately, the different chambers or senates of the Berlin courts judge completely differently. Whether affected persons in court right agrees or not, is dependent on which judges decide on them. This is scandalous, it is European-juridically perfect indisputably that all EU citizens who live in the FRG have a right of Arbeitslosengeld II (Hartz IV).
Particularly the 29th senate of the highest social court in Berlin, the Landessozialgericht (LSG) Berlin-Brandenburg, is anxious very much, to justify Hartz IV exclusions of EU citizens. In her judgments express the judges of the 29th senate that „social tourism“ within Europe must be prevented. Moreover, they are afraid of a „massive depopulation“ of poorer regions of Europe. With it these judges repeat only what adds the German Federal Government openly: The reservation against the European Convention on Social and Medical Assistance (ECSMA) should exclude the EU citizens from Hartz IV. Such judgments of the 29th senate of the LSG show clearly how nationalistically also decide German court. Alike judge, for the rest, the 5th and 20th senate of LSG.
We represent the view of the 19th senate of LSG. It says the German reservation against the ECSMA is against international law and ineffective. Affected persons must get furthermore Hartz IV of the Jobcenter. Besides we agree to the 14th senate of LSG. This finds out that with the order 883/2004 valid since the 5/1/2010 already have European-juridically obligingly all EU national right to Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Juridically the order 883/2004 has already substituted the ECSMA, so a reservation against the ECSMA is absolutely insignificant.
Moreover, startled we find out that especially Bulgarian and Roumanian citizens are treated before the Berlin courts as a European of the second class. Because they may work only with a work permit which is almost never given to them, many try it as freelancers. To prove the demands for freelancers are especially high for these Bulgarian and Roumanian citizens. The courts dont trust them. Often it is subordinated to them that they want to cheat. We think that is racist.
For us the legal situation is clear! Social-juridically all EU citizens are to be treated equal to German citizens. Consequently everybody has it a right on Hartz IV. We support all affected persons to start proceedings further and to take themselves there rights. We communicate contact to lawyers with pleasure.

Berliner Gerichte streiten über Rechtmäßigkeit des Hartz IV Ausschlusses von EU Bürger_innen!

Betroffene sind der Willkür der Richter_innen ausgesetzt!
In diesem Sommer waren viele EU Bürger_innen gezwungen, vor den Berliner Sozialgerichten zu klagen, um Hartz IV zu bekommen. Über den Weg eines sozialgerichtlichen Eilverfahrens („einstweilige Anordnung“) haben viele Recht bekommen und damit das Jobcenter gezwungen, ihnen Arbeitslosengeld II (Hartz IV) zu geben. Leider urteilen die verschiedenen Kammern bzw. Senate der Berliner Gerichte komplett unterschiedlich. Ob Betroffene vor Gericht Recht bekommt oder nicht, ist also abhängig davon, welche Richter_innen über sie entscheiden. Das ist skandalös, es ist eurorechtlich vollkommen unstrittig, dass alle EU Staatsangehörigen, die in der BRD leben, ein Recht auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) haben.
Besonders der 29. Senat des Landessozialgerichts (LSG) Berlin-Brandenburg zeigt sich sehr darum bemüht, den Hartz IV Ausschluss von EU Staatsangehörigen zu rechtfertigen. In ihren Urteilen äußern die Richter_innen des 29. Senats, dass „Sozialtourismus“ innerhalb Europas verhindert werden müsse. Außerdem haben sie Angst vor einer „massiven Entvölkerung“ ärmerer Regionen Europas. Damit wiederholen diese Richter_innen nur, was die deutsche Bundesregierung offen zugibt: Der Vorbehalt gegen das Europäische Fürsorgeabkommen (EFA) soll EU-Staatsangehörige vom Hartz-IV-Bezug ausschließen. Solche Urteile des 29. Senats des LSG zeigen deutlich, wie nationalistisch auch deutsche Gericht entscheiden. Ähnlich urteilen im Übrigen der 5. und der 20. Senat des LSG Berlin-Brandenburg.
Wir teilen dagegen die Auffassung des 19. Senats des LSG Berlin-Brandenburg. Danach ist der deutsche Vorbehalt gegen das Europäische Fürsorgeabkommen völkerrechtswidrig und rechtsunwirksam. Betroffene müssen weiterhin Hartz IV vom Jobcenter bekommen. Des Weiteren stimmen wir dem 14. Senat des LSG Berlin-Brandenburg zu. Dieser stellt fest, dass mit der seit dem 1.5.2010 gültigen Verordnung (EG) 883/2004 bereits europarechtlich verbindlich alle EU Staatsangehörigen Anspruch auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) haben. Rechtlich hat danach die Verordnung (EG) 883/2004 das EFA bereits ersetzt, ein Vorbehalt gegen das EFA ist also total unwichtig.
Erschrocken stellen wir außerdem fest, dass besonders bulgarische und rumänische Staatsangehörige vor den Berliner Gerichten als Europäer_innen zweiter Klasse behandelt werden. Da sie nur mit einer Arbeitserlaubnis arbeiten dürfen, die ihnen fast nie erteilt wird, versuchen es viele über eine selbstständige Tätigkeit. Die Anforderungen der Berliner Gerichte, diese Selbstständigkeit nachzuweisen, um aufstockend Hartz IV zu bekommen, sind bei bulgarischen und rumänischen Staatsangehörigen besonders hoch. Oft wird ihnen unterstellt, dass sie betrügen wollen. Wir halten das für offen rassistisch.
Für uns ist die Rechtslage klar und deutlich! Sozialrechtlich sind alle EU-Staatsangehörigen deutschen Staatsangehörigen gleichzustellen. Es haben folglich alle ein Recht auf Hartz IV. Wir unterstützen alle Betroffenen darin, weiter zu klagen und sich ihr Recht zu nehmen. Kontakt zu Anwält_innen vermitteln wir gerne weiter.